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Predigt zum 01.04.2021 Gründonnerstag

Predigt zum Gründonnerstag, den 1.4.21
mit Fußwaschung und Abendmahl
von Donna Wagner und Pfarrerin Snewit Aujezdsky

Das Thema des heutigen Abends heißt:
Du stellst meine Füße auf weiten Raum. 

In unserer Mitte haben die Jünger von Jesus Platz genommen.
Auch Jesus ist da.
Am Ende seines Weges
wird er eine Dornenkrone auf dem Kopf tragen.
Und er wird ans Kreuz geschlagen.

Jesus weiß,
dass er diesen Weg bis zum Kreuz gehen muss.
Was denkt Jesus wohl über diesen Satz:
Du stellst meine Füße auf weiten Raum

Er hat nicht mehr viel Spielraum.
Seine Tage auf dieser Welt sind begrenzt.
Ich glaube,
sein weiter Raum besteht darin,
sich gut zu verabschieden
und die gemeinsame Zeit mit seinen Freunden zu nutzen.
Aber auch, um sich vorzubereiten auf seinen Tod.

Und er gibt seinen Freunden
und uns allen
vor seinem Abschied
3 Dinge mit,
die uns trösten sollen
und die uns helfen sollen,
dass wir gut mit uns selbst,
mit den anderen Menschen
und mit Gott auskommen.
Zeigt er uns, wie wichtig Vergebung ist:
Er setzt sich mit seinen Freunden an den Tisch,
obwohl er weiß,
dass Judas ihn verraten wird
und dass Petrus ihn verleugnen wird.
Wo Vergebung ist, wird der weite Raum wieder spürbar.
Darum gibt es heute eine Beichte.

Er macht sich klein vor seinen Freunden
als er ihnen die Füße wäscht.
So zeigte er ihnen seine Liebe
Wo Liebe ist, da wird ein weiter Raum spürbar.
Darum gibt es heute eine Fußwaschung.

Er teilt mit Ihnen Brot und Wein
Und feiert ein Abschiedsmahl.
Und er sagt ihnen:
Immer wenn ihr miteinander am Tisch sitzt
und Brot und Wein teilt,
dann werde ich bei euch sein
und dann denkt an mich.
Wo wir Brot und Wein miteinander teilen,
da wird ein weiter Raum spürbar.
Darum feiern wir immer wieder Abendmahl miteinander.

Beichte:
Mein Gott, diesen Tag
habe ich von dir empfangen.
Ich möchte ihn dir jetzt zurückgeben,
mit allem, was heute gewesen ist.

In der Stille gehe ich meinen Tag noch einmal entlang:
Welche Menschen sind mir heute begegnet?
Und wie bin ich ihnen begegnet?

Worauf habe ich gewartet?
Und worauf warte ich immer noch?
Worüber habe ich mich gefreut?
Und was ich mich geärgert?
Was habe ich versäumt?
Was belastet mich noch?

Gott, du weißt,
welche Menschen und Situationen
gerade an mir vorübergezogen sind.
Ich bringe sie alle zu dir.
Und wo ich schuldig geworden bin
in Gedanken, Worten oder Taten,
bitte ich dich, mein Gott,
Vergib du mir.
Und stelle meine Füße auf weiten Raum!

Donna Wagner: Gedanken zu Psalm 31,9

Ich denke ich kann nicht!
Doch Gott stellt meine Füße auf weitem Raum!
Er gibt mir genug Freiraum, um mich in Freiheit zu bewegen.
Was hält mich davon ab, zu gehen?
Ist es womöglich das Losgehen an sich!?
Ich tue mir schwer, loszulassen
von altvertrauten Sicherheiten
und Gewohnheiten.

Warum bewege ich mich nicht vom Fleck?
Sind es meine eigenen Ängste,
nicht alles im Griff zu haben?
Ich traue mich nicht.

Doch Gott stellt meine Füße auf weitem Raum!
Das würde heißen,
ich habe genug Platz, um mich neu zu orientieren.
Ich habe die Möglichkeit in diesem weiten Raum,
in der Freiheit der Entscheidung,
mich in eine neue Richtung zu bewegen.
Die Unsicherheit die ich vorher gespürt habe
wird mir genommen.
Denn Gott stellt meine Füße auf weitem Raum.

Jesus hat seinen Jüngern die Füße gewaschen
als Zeichen der Sündenvergebung und als Zeichen:
Er stellt auch meine Füße auf weiten Raum.
Und Jesus hat uns aufgefordert,
nach seinem Beispiel zu handeln.

"So wie ich, euer Herr und Meister,
euch die Füße gewaschen habe,
so sollt auch ihr
euch untereinander die Füße waschen.
Ich habe euch ein Beispiel gegeben,
damit ihr tut, wie ich euch getan habe."

Nicht nur Gott, nicht nur Jesus
Stellen unsere Füße auf weiten Raum.
Auch wir können einander
unsere Füße auf weiten Raum stellen.
Können uns gegenseitig Freiräume eingestehen.
Können unseren Füßen Gutes tun.
Können vergeben und frisch gewaschen neu anfangen.

Segen

Gott segne und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und gebe uns Frieden.

Amen.